„Wir fühlen uns mit dem GaLaBau verbunden“


Interview mit den campos-Autoren André Bußmann und Klaus-Feckler

André Bußmann und Klaus Feckler versorgen die campos- Leser regelmäßig mit praxisnahen Informationen zu Rechts fragen. In einigen Dingen sind die beiden Fachanwälte untypisch für ihren Berufsstand – zur Freude ihrer Mandanten, die zu über 80 % aus dem GaLaBau kommen. campos befragte die Fachanwälte zu ihrem Berufsalltag.

Circa 7.30 Uhr sind Bußmann und Feckler am Start – nicht gerade üblich für Rechtsanwälte. „In vielen Fällen, vor allem wenn schnell Entscheidungen zu treffen sind, müssen wir extrem flexibel und verfügbar sein. Wären wir das nicht, würde die Sache teurer, langwieriger, oder es käme im schlimmsten Fall zum Prozess. Wir sind jedoch keine „Prozess-Anwälte“. Die meisten Fälle lösen wir außergerichtlich. Wir versuchen, unkompliziert und lösungsorientiert zu arbeiten, vor allem bei laufenden Baustellen. Wir agieren dann nicht auf ‘Anwaltsebene’, sondern versuchen, zwischen den Parteien zu vermitteln und eine gute Lösung herbeizuführen“, schildert André Bußmann. Unkompliziert ist auch ihre Kommunikation. Die bundesweit verstreuten Mandanten werden häufig per Telefon bedient. Zwei Drittel der schriftlichen Korrespondenz sind E-Mails und Faxe. „Einen förmlichen Brief mit Briefkopf gibt’s meist nur am Anfang. Viele Landschaftsgärtner denken ja zunächst: Achtung, Rechtsanwalt, da muss ich mich entsprechend benehmen und ordentlich ausdrücken. Aber wenn wir dann am Telefon zweimal ‘Mist’ gesagt haben, dann gibt es keine Berührungsängste mehr“, schmunzeln die beiden.

Bußmann und Feckler haben sich auf Bau- und Architektenrecht spezialisiert. Da sich Gesetze und Regelungen ständig ändern, müssen sie sich stets informiert halten. „Je besser die Planung und Vorbereitung, desto größer die Akzeptanz bei Mandanten. Wir haben unsere Stammliteratur hier, aber wir arbeiten vielfach mit Online-Medien. Die sind immer aktuell. Durch die Möglichkeit einer Volltextrecherche sparen wir Zeit und den Mandanten im Ergebnis Geld.“ Viel Fachwissen bekommen die Anwälte durch ihre Fälle mit und bilden sich insbesondere in technischen Bereichen ständig fort. „Unser Vorteil ist, dass wir durch die Spezialisierung auf den Garten- und Landschaftsbau einen gewissen Erfahrungsschatz auch in technischen Sachverhalten vorweisen können. „So können wir beispielsweise bei Gutachten qualifizierter nachfragen.“

Die Entwicklung am Markt bekommen die Anwälte hautnah mit. „Privatkunden von Landschaftsbaubetrieben fangen an, extrem schwierig zu werden“, berichtet Klaus Feckler. „Spürbar ist auch, dass Firmen mit öffentlichen und gewerblichen Aufträgen immer mehr unter Druck stehen. Sie brauchen oft schnelle Entscheidungen, vor allem wenn es um Ausschreibungen geht.“ Die Pflege als Arbeitsfeld sei im Kommen, vor allem im Immobilienmarkt bewege sich in dieser Richtung mehr. „In den letzten Jahren versuchen gewerbliche und öffentliche Auftraggeber jedoch mehr und mehr die Preise zu reduzieren und dennoch bessere Leistungen zu erhalten. „Da wird gekämpft“, sagt Bußmann. „Geht es um Pflege im privaten Bereich, kommen Mandanten langsam darauf, dass man bei Pflegeaufträgen immer ,Zugriff ‘ auf den Kunden hat und dass man da längerfristig Geld verdienen kann.“

André Bußmann und Klaus Feckler sind der grünen Branche nicht nur durch ihre Arbeit, sondern auch durch ihren Kontakt zu Dachorganisationen nahe. Außerdem bieten sie Schulungen an. „Wir fühlen uns dem Garten- und Landschaftsbau nicht nur in rechtlichen Fragen verbunden. Wir freuen uns zum Beispiel darüber, wenn ein Unternehmer einen tollen Auftrag bekommt.“

Ein eingespieltes Team

Die Kanzlei der beiden Fachanwälte für Bau- und Architektenrecht liegt in Köln- Rodenkirchen unweit des Rheins. Die Räume sind hell, freundlich werden Besucher von den Mitarbeiterinnen Gundula Sroka und Gabriele Lünenborg-Smits empfangen. Im Besprechungszimmer liegen GaLaBau-Fachzeitschriften aus. André Bußmann und Klaus Feckler haben sich in einer Kanzlei kennengelernt, in der sie beide angestellt waren. Im September 2005 machten sie sich selbstständig – mit Erfolg. Viele Stamm-Mandanten nahmen sie mit, neue kamen auch durch Vorträge und Veröffentlichungen dazu. In der knapp bemessenen Freizeit spielt Klaus Feckler aktiv Wasserball, André Bußmann bedient das Schlagzeug und geht gern reiten.

Erschienen im September 2008 bei Campos – Zeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau. Autorin Claudia von Freyberg

Die Rechtsanwälte und Fachanwälte für Bau- und Architektenrecht André Bußmann und Klaus Feckler in Köln.