Verstehe Deinen Anwalt: Konkludent


Zu Hause bin ich der Chef in der Küche! Unangefochten! Bei mir schmeckt’s immer (also mir zumindest).
Jetzt will ich aber kein Unmensch sein und frage schon so einmal im Jahr, was man sich denn zu essen wünsche. Dann blicke ich in hungrige, aber leere Augen meiner Töchter: „Mir egal!“ (Wenn ich Glück habe, kommt auch ab und an: „Irgendwas mit Nudeln“). Also koche ich „egal“. Aber wehe, es ist das falsche „egal“ – dann ist der Teufel los! „Du hättest Dir aber denken können, dass ich mir Biokaninchen auf Vollkorntoast wünsche.“ Wie hätte ich das erkennen sollen? Na, weil meine Große kurz nach meiner Frage und während sie ihre vermeintliche Unentschlossenheit mit Worten ausdrückte, ihren Kuschelhasen „Bettminton“ (man beachte die Schreibweise), der, seit sie ein Jahr ist, das Bett mit ihr teilt, auf ein Stück Toast legte. War mir zu subtil, aber ich bin ja auch ein stumpfer Anwalt. Empathischere Gemüter könnten dies als „konkludente Aussage“ angesehen haben, also als schlüssiges Handeln, welches eine klar erkennbare Erklärung beinhaltet und dementsprechend auch als solche zu behandeln ist.

Erschienen im Mai 2026 bei der DEGA Galabau, Das Magazin für den Garten- und Landschaftsbau. DEGA Galabau im Internet.

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